Danke an unseren Wettermelder Philipp Lindner von der Hohen Salve bei einer Temperatur von -13°C für das tolle Titelbild!






Quellenangabe: https://www.wxcharts.com
Die aktuellen Modellläufe und Ensembles bestätigen den bisherigen Trend: Der Jänner bleibt dynamisch und winterlich geprägt, ohne in eine extreme Dauer-Kälte oder eine längere Milderung zu kippen. Entscheidend ist dabei weniger ein einzelnes Ereignis, sondern die Abfolge mehrerer Wetterlagen, die immer wieder Schnee bringen können, auch in inneralpinen Tälern.
Großwetterlage: Aktive Westlage ohne nachhaltige Milderung!
Aus den Ensemble-Verläufen lässt sich klar erkennen:
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Die Westströmung bleibt aktiv
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Tiefdruckgebiete ziehen in dichter Folge über Mitteleuropa
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Hochdruckphasen sind nur kurz und unterbrechen das Wettergeschehen nicht nachhaltig
Wichtig für Tirol:
Es gibt keine stabile Westdröhnung mit warmer Luft, sondern immer wieder Rückkopplungen mit kälteren Luftmassen. Dadurch bleibt der Alpenraum regelmäßig im Niederschlagsfeld der Fronten.
Temperaturen: Winterlich mit Schwankungen, kein Durchbruch der Warmluft!
Die Temperatur-Ensembles zeigen:
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bis weit in die Monatsmitte durchgehend winterliche Werte
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in den Tälern häufig zwischen etwa –8 °C und +2 °C
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in höheren Lagen klar unter dem Gefrierpunkt
Zwar sind mildere Ausschläge erkennbar, diese:
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greifen meist nur kurzzeitig
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erreichen die Täler oft verzögert
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werden rückseitig rasch wieder abgebaut
➡️ Ein nachhaltiger Temperatursprung nach oben ist nicht zu erkennen.
Niederschläge: Regelmäßig und teils intensiv!
Die Niederschlagsensembles bestätigen:
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mehrere klar definierte Niederschlagsphasen
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besonders zwischen etwa 9. und 16. Jänner
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danach weiter erhöhte Aktivität, wenn auch mit größerer Streuung
Auffällig ist, dass viele Ensemble-Member mehrstündige bis teils länger anhaltende Niederschlagsereignisse zeigen, ein wichtiger Faktor für große Schneemengen.
Warmfronten: Schneereich, bevor die Milderung greift!
Gerade in den kommenden Wetterlagen spielt die Abfolge von Warm und Kaltfronten eine zentrale Rolle.
Typisches Szenario laut Modellen:
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Niederschläge setzen bei vorhandener Kaltluft als Schnee ein
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In inneralpinen Tälern kann es länger und teils kräftig schneien
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Die Warmluft erreicht den Talboden häufig erst spät
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Regenphasen bleiben oft kurz oder treten gar nicht flächig auf
Dieses Muster ist in den Ensembles mehrfach angelegt und erhöht die Wahrscheinlichkeit für relevanten Schneefall auch abseits der Hochlagen.
Niederschlagsabkühlung verstärkt den Schneefall!
Die Karten deuten mehrfach auf Situationen hin, in denen kräftiger Niederschlag auf kalte, trockene Luft trifft. Dadurch kommt es zur Niederschlagsabkühlung:
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Verdunstung entzieht der Luft Wärme
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Die Schneefallgrenze bleibt niedriger als modelliert
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Schnee hält sich länger, auch bei Annäherung milder Luft in der Höhe
Gerade inneralpine Täler profitieren davon besonders stark.
Rückseitig wieder kälter, Schnee bleibt erhalten!
Nach den Frontdurchgängen zeigen die Modelle:
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rasche Temperaturabfälle
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erneute Schneefälle oder Schneeschauer
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kaum längere Tauphasen
Damit bleibt der zuvor gefallene Schnee:
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größtenteils erhalten
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kann sich weiter verdichten
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bildet eine gute Grundlage für nachfolgende Ereignisse
Schneehöhen: Klare Zunahme im Laufe des Monats!
Die Schneehöhenkarten von GFS und ECMWF zeigen übereinstimmend:
Berge und Staulagen:
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deutlicher Schneezuwachs
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sehr stabile Wintersituation
Inneralpine Täler:
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je nach Fronten-Timing deutliche Schneezunahmen möglich
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kein Einmal-Ereignis, sondern Aufsummierung
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regional durchaus schneereich
Inntal und tiefere Lagen
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stärker vom Zeitpunkt der Niederschläge abhängig
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bei nächtlichen oder intensiven Ereignissen gute Chancen auf Schnee
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höhere Schneedecken möglich, aber nicht garantiert
Zusammenfassung: Der Winter bleibt dran!
Der aktuelle Modellstand zeigt für Tirol:
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❄️ regelmäßige Schneechancen
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🌡️ keine nachhaltige Milderung
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🌨️ auch Täler mit realistischem Schneepotenzial
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🏔️ klare Vorteile für mittlere und höhere Lagen
Der Jänner bleibt damit ein klassischer alpiner Wintermonat, bei dem sich Schnee Schritt für Schritt aufbauen kann, vor allem dann, wenn Warmfronten spät durchgreifen und rückseitig rasch wieder Kaltluft folgt.
👉 Wir behalten die Entwicklung genau im Blick und aktualisieren, sobald sich konkrete Schneefenster oder markante Fronten abzeichnen.
Euer Wetterfrosch Markus und Andrea von Sturm und Gewitterjagd Tirol.