Danke an Christian Lang für das tolle Foto vom Stubaier Gletscher, auch dort kommt in nächster Zeit einiges an Neuschnee hinzu!
Die aktuellen Modellrechnungen von GFS und ECMWF deuten für die kommenden 14-16 Tage auf eine ausgeprägte Nordwest bis Westströmung hin. Damit geraten vor allem die Nordwest, West und klassischen Nordstaulagen der Alpen zunehmend in den Fokus einer niederschlagsreichen Phase.
Wetterlage im Überblick
Mehrere aufeinanderfolgende Frontensysteme sollen feuchte Luftmassen an die Alpennordseite führen. In typischen Stauregionen wird der Niederschlag orographisch verstärkt, wodurch sich dort über mehrere Tage hinweg beachtliche Mengen aufsummieren können.
Inneralpine Regionen sowie Bereiche südlich des Alpenhauptkamms dürften hingegen deutlich geringere Niederschlagsmengen erhalten.
Schneepotenzial in den Hochlagen
Sollte der Großteil der prognostizierten Niederschläge als Schnee fallen, sind in den Hochlagen der Nordwest und Nordstauregionen:
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1m bis 2 Meter Neuschnee im Bereich des Möglichen
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lokal in exponierten Staulagen auch darüber
Eine flächendeckende 2–3-Meter-Schneelage gilt nach aktuellem Stand jedoch nicht als wahrscheinlichstes Szenario.
Schneefallgrenze als Unsicherheitsfaktor
Entscheidend bleibt die Entwicklung der Schneefallgrenze.
Diese dürfte im Verlauf mehrfach schwanken:
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Hochlagen klar hochwinterlich
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mittlere Höhenlagen ebenfalls viel Schnee
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Täler abhängig vom jeweiligen Temperaturverlauf
Hier bestehen weiterhin Unsicherheiten im Detail.
Deutlicher Anstieg der Lawinengefahr erwartet
Zusätzlich rechnen die Modelle mit wiederholt stürmischem Wind in den Hochlagen. Dieser wird frischen Neuschnee intensiv verfrachtet und verbreitet Triebschneeansammlungen bilden.
In Kombination mit:
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größeren Neuschneemengen
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mehreren Niederschlagswellen
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Windumlagerungen
ist mit einem raschen und teils deutlichen Anstieg der Lawinengefahr zu rechnen!
Nochmals kurz zusammengefasst:
Die Modelllage spricht für eine winterlich dynamische Phase in den Nordwest, West und Nordstaulagen der Alpen. Während Skigebiete von einer deutlichen Schneezunahme profitieren könnten, rücken Verkehrssituation und Lawinenlage dann zunehmend in den Vordergrund.
Wie sich die Schneefallgrenze entwickelt und welche Regionen letztlich die höchsten Summen erhalten, wird sich in den kommenden Modellläufen weiter konkretisieren.
Weitere Updates folgen.
Euer Wetterfrosch Markus und Andrea von Sturm und Gewitterjagd Tirol