Mittelmeer unter Dauerbeschuss: Sehr nasse zweite Januarhälfte mit Unwetterpotenzial!

15.01.2026
Mittelmeer unter Dauerbeschuss: Sehr nasse zweite Januarhälfte mit Unwetterpotenzial!


Quellenangabe: https://www.wxcharts.com

Ein Blick auf die aktuellen ECMWF und GFS-Akkumulationskarten zeigt ein für die Jahreszeit hochaktives und außergewöhnlich nasses Wettermuster über weiten Teilen des Mittelmeerraums. Während Mitteleuropa zunehmend unter Hochdruckeinfluss und Kälte gerät, entwickelt sich südlich der Alpen eine regelrechte Sturm und Tiefdruckautobahn.

Großwetterlage: Blockade im Norden, Tiefdruck im Süden!

Die Ursache liegt in einer klassischen, aber derzeit sehr ausgeprägten Konstellation:

  • Hochdruck über Nord und Osteuropa

  • kalte Luft über dem Kontinent

  • gleichzeitig milde, feuchte Luftmassen über dem Mittelmeer

Diese Kontraste begünstigen die ständige Neubildung von Mittelmeertiefs, die kaum ostwärts abziehen können und sich teils sogar regenerieren. Besonders auffällig ist die Serienhaftigkeit dieser Tiefs, kaum ist eines abgezogen, folgt bereits das nächste.

Extrem hohe Niederschlagsmengen bis Monatsende!

Die akkumulierten Niederschlagsprognosen sprechen eine klare Sprache:

  • Italien: Vor allem Norditalien, die Toskana, Ligurien, Teile Süditaliens sowie Sizilien stechen mit teils dreistelligen Summen hervor. Lokal sind über 150 bis 200 mm bis Monatsende möglich.

  • Westliches Mittelmeer (Südfrankreich, Ostspanien, Balearen): Wiederholte Starkregenlagen mit anhaltenden Staueffekten.

  • Zentral- und östliches Mittelmeer (Adria, Griechenland, Ägäis): Ebenfalls deutlich erhöhte Niederschlagsmengen, teils in kurzer Zeit.

  • Nordafrika: Küstennahe Regionen von Marokko über Algerien bis Tunesien profitieren ebenfalls von ergiebigem Regen, lokal mit Starkregencharakter.

Die Übereinstimmung zwischen ECMWF und GFS ist dabei bemerkenswert hoch, was die hohe Eintrittswahrscheinlichkeit dieser nassen Phase unterstreicht.

Unwettergefahr: Regen, Sturm und Hochwasser!

Durch die wiederholten Tiefdurchgänge steigt das Unwetterpotenzial deutlich an:

  • Stark und Dauerregen mit Überflutungsgefahr

  • Ansteigende Pegelstände an Flüssen

  • Muren und Hangrutschungen in bergigen Regionen

  • Stürmische Winde entlang der Küsten und über dem offenen Meer

Besonders kritisch sind Regionen, die bereits in den vergangenen Wochen überdurchschnittliche Niederschläge erhalten haben, hier kann der Boden kaum weiteres Wasser aufnehmen.

Schnee in den Bergen, aber oft sehr nass!

In den Hochlagen der Alpen, Apenninen, Pyrenäen und des Balkans fällt zwar teils ergiebiger Schnee, doch die Schneefallgrenze schwankt häufig. Das führt:

  • zu schwerem, nassem Schnee

  • erhöhter Lawinengefahr

  • zusätzlicher Belastung für Infrastruktur

Zusammen gefasst bedeutet das: Der Mittelmeerraum bleibt das Wetterzentrum Europas!

Während große Teile Europas zunehmend von trockener Kälte geprägt sind, entwickelt sich der Mittelmeerraum bis Ende Januar zu einem meteorologischen Brennpunkt:

  • Sehr nasse zweite Januarhälfte

  • Serien von Mittelmeertiefs

  • Hohe Unwetterwahrscheinlichkeit

  • lokal extreme Niederschlagsmengen

Eine rasche Entspannung ist nach aktuellem Stand nicht in Sicht. Erst eine grundlegende Änderung der Großwetterlage, etwa der Abbau der nördlichen Blockade könnte den Tiefdruckmotor im Mittelmeerraum stoppen. Bis dahin gilt: Vorsicht vor Starkregen, Hochwasser und Sturmböen.