Unwetter heute: Superzellen, Hagel und Orkanböen!
Heute drohen in Süddeutschland und Österreich schwere Gewitter mit Superzellen, großem Hagel, Starkregen und orkanartigen Böen.
Schwere Unwetterlage am Freitag: Superzellen, großer Hagel und Orkanböen möglich!
Sturmvorhersage für Süddeutschland und Österreich
Gültig: Freitag, 28. August 2026 bis in die Nacht auf Samstag
Am heutigen Freitag baut sich entlang der Alpennordseite eine potenziell schwere Unwetterlage auf. Besonders über Teilen Süddeutschlands sowie im Westen und Norden Österreichs treffen energiereiche, feuchtwarme Luft und eine außergewöhnlich kräftige Höhenströmung aufeinander.
Unsere aktuelle Einschätzung zeigt dabei einen Korridor mit sehr hoher Unwettergefahr, in dem sich im Tagesverlauf organisierte Gewitter, einzelne kräftige Superzellen und später auch schnell ziehende Gewitterlinien entwickeln können.
Die Hauptgefahren sind:
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großer bis lokal sehr großer Hagel
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schwere Sturm- bis Orkanböen
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extreme Windspitzen bei einzelnen Gewitterzellen
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heftiger Starkregen in kurzer Zeit
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sehr hohe Blitzaktivität
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lokal umstürzende Bäume und größere Schäden durch Hagel oder Wind
Warum ist die Wetterlage heute so brisant?
Ein ausgeprägter Tiefdruckkomplex über Westeuropa schiebt von Westen her eine Kaltfront in Richtung Alpenraum. Gleichzeitig liegt vor der Front noch eine sehr warme und zunehmend feuchte Luftmasse.
Über dem Alpenvorland bildet sich dabei eine klassische präfrontale Gewitterlage.
Besonders interessant ist eine Konvergenzzone entlang der Alpennordseite. Hier können unterschiedliche Windrichtungen aufeinandertreffen und die Luft zusätzlich zum Aufsteigen zwingen.
In einem schmalen Korridor sind dabei Energiewerte von über 1.500 J/kg MLCAPE möglich.
Noch entscheidender ist allerdings die Windscherung.
Zwischen Boden und rund sechs Kilometern Höhe werden teilweise 20 bis über 30 m/s Windscherung simuliert. Damit ist die Atmosphäre nicht nur labil, sondern gleichzeitig hervorragend organisiert.
Genau diese Kombination kann langlebige Gewitterzellen begünstigen.
Superzellen sind heute möglich
Bei ausreichender Sonneneinstrahlung und entsprechender Auslösung können sich Gewitter rasch organisieren.
Dabei sind einzelne Superzellen ausdrücklich möglich.
Solche Gewitter können länger bestehen als gewöhnliche Wärmegewitter und besitzen ein deutlich höheres Potenzial für großen Hagel und schwere Windböen.
Neben einzelnen Superzellen können sich später auch kurze Gewitterlinien oder Bogenechos entwickeln. Bei solchen Strukturen steht besonders das Sturmrisiko im Vordergrund.
Lokal sind dabei orkanartige Böen möglich – in besonders kräftigen Gewittern können extreme Windspitzen nicht ausgeschlossen werden.
Süddeutschland besonders im Fokus
Ein Schwerpunkt der heutigen Entwicklung liegt über Baden-Württemberg und Bayern, insbesondere in Richtung südliches Bayern, Schwaben, Allgäu, Oberbayern und entlang des Alpenvorlandes.
Bereits am Vormittag können erste Gewitter aus Richtung Schweiz und Südwesten auf Süddeutschland übergreifen.
Das dürfte allerdings noch nicht zwingend die Hauptphase darstellen.
Im weiteren Tagesverlauf kann sich die Atmosphäre vor der Kaltfront nochmals destabilisieren.
Ab Mittag und Nachmittag steigt das Risiko deutlich
Mit Annäherung der Kaltfront können sich neue, deutlich kräftigere Gewitter bilden.
Besonders dort, wo noch länger sonnige und sehr warme Luft erhalten bleibt, können Gewitter innerhalb kurzer Zeit explosionsartig an Stärke gewinnen.
Über Bayern ist am Nachmittag und Abend mit einer deutlich erhöhten Gefahr schwerer Gewitter zu rechnen.
Großer Hagel, schwere Sturmböen und lokal auch orkanartige Windspitzen sind dabei möglich.
Österreich: Westen zuerst – später Gefahr von Bayern her
Auch Österreich gerät zunehmend in den Einfluss der Kaltfront.
Vorarlberg und Tirol
Im Westen können bereits am Vormittag beziehungsweise gegen Mittag erste Schauer und Gewitter auftreten.
Die Lage bleibt anschließend wechselhaft. Mit weiterer Annäherung der Front können sich erneut kräftige Gewitter entwickeln.
Vor allem bei Zellen, die sich noch in der energiereichen Luft vor der Front entwickeln, besteht die Gefahr von Hagel, schweren Sturmböen und intensivem Starkregen.
Salzburg und Oberösterreich besonders beachten
Im Laufe des Nachmittags und Abends könnte sich der Schwerpunkt zunehmend ostwärts verlagern.
Besonders Salzburg und Oberösterreich sollten die Entwicklung aufmerksam verfolgen.
Aus Bayern können organisierte Gewitter beziehungsweise Gewitterlinien nach Österreich ziehen. Gleichzeitig kann es entlang der Alpennordseite auch zu Neubildungen kommen.
Hier besteht zeitweise ein erhöhtes Risiko für schwere Sturm- oder sogar orkanartige Böen sowie größeren Hagel.
Niederösterreich und östliches Österreich
Weiter östlich hält sich zunächst noch längere Zeit sehr warme Luft.
Der föhnige Südwind kann das Vorrücken der Kaltfront zunächst verzögern. Dadurch können lokal nochmals Temperaturen deutlich über 30 Grad erreicht werden.
Mit dem Zusammenbruch des Föhns und der Annäherung der Front steigt aber auch hier später die Gewittergefahr.
Vor allem am Abend und in der ersten Nachthälfte können kräftige Gewitter aus westlicher Richtung weiterziehen.
Kärnten und Steiermark
Auch südlich des Alpenhauptkammes können sich Schauer und Gewitter entwickeln.
Die höchste Wahrscheinlichkeit für besonders organisierte und schwere Gewitter sehen wir derzeit allerdings eher entlang beziehungsweise nördlich des Alpenhauptkammes sowie im Übergangsbereich nach Süddeutschland.
Föhn spielt heute ebenfalls eine wichtige Rolle
Vor der Kaltfront herrscht in Österreich teilweise kräftiger Südföhn.
Dadurch wird sehr warme Luft weit nach Norden transportiert. Gleichzeitig kann der Föhn das Vorrücken der kühleren Luft zunächst bremsen.
Genau an der Grenze zwischen der heißen Luft und der herannahenden Kaltfront kann sich später eine besonders markante Gewitterzone entwickeln.
Mit Durchgang kräftiger Gewitter kann der Wind innerhalb kurzer Zeit von Süd auf West drehen und massiv auffrischen.
Zeitlicher Ablauf
Vormittag:
Erste Gewitter beziehungsweise Gewitterkomplexe über der Schweiz, Baden-Württemberg und dem westlichen Alpenraum möglich. Auch Vorarlberg und Tirol können bereits betroffen sein.
Mittag bis Nachmittag:
Zunehmende Destabilisierung. Über Süddeutschland steigt die Gefahr kräftiger Superzellen deutlich an. Besonders Bayern und das Alpenvorland rücken in den Fokus.
Später Nachmittag bis Abend:
Voraussichtlich kritischste Phase. Organisierte Gewitter mit großem Hagel und schweren Sturm- bis Orkanböen können von Süddeutschland Richtung Alpennordseite und Österreich ziehen.
Abend und Nacht:
Verlagerung der Gewitter weiter nach Osten. Salzburg, Oberösterreich und später auch Teile Niederösterreichs können betroffen sein. Von Westen her stabilisiert sich die Atmosphäre allmählich.
Unsere Einschätzung
Die heutige Lage besitzt alle Zutaten für örtlich schwere bis extreme Gewitterentwicklungen.
Entscheidend wird sein, wie stark sich die Atmosphäre nach möglichen morgendlichen Gewittern erneut aufheizen kann und wo sich die entscheidenden Konvergenzlinien ausbilden.
Nicht jede Region wird von einem schweren Unwetter getroffen.
Wo sich jedoch eine langlebige Superzelle oder eine kräftige Gewitterlinie entwickelt, sind erhebliche Auswirkungen durch Hagel und Sturm möglich.
Besonders aufmerksam verfolgen sollte man heute:
Südliches Baden-Württemberg – Schwaben – Allgäu – Bayern – Alpenvorland – Vorarlberg – Tirol – Salzburg – Oberösterreich und später Teile Niederösterreichs.
Lose Gegenstände sollten vorsorglich gesichert werden. Bei herannahenden kräftigen Gewittern sollte man Wälder, exponierte Bergregionen und ungeschützte Aufenthaltsorte meiden.
⚠️ Wichtig
Dies ist unsere meteorologische Einschätzung der aktuellen Wetterlage und keine amtliche Unwetterwarnung. Gewitter sind kleinräumige Wetterereignisse und die tatsächlich betroffenen Gebiete können erst kurzfristig genauer eingegrenzt werden.
Beobachtet deshalb heute unbedingt die aktuellen Radar-, Blitz- und Wetterkarten in unserer Wetter-WebApp auf sturmundgewitterjagd.at. Gerade bei dieser dynamischen Lage kann sich innerhalb kurzer Zeit sehr viel verändern.