Grafik 1: Niederschlagsmengen der Ensembles vom ECMWF für Angerberg im Tiroler Unterland
Grafik 2: Temperaturverlauf der Ensembles vom ECMWF für Angerberg im Tiroler Unterland

Ein Blick auf die Wettertrends für das Tiroler Unterland
Die Tage bis Weihnachten bleiben wettertechnisch spannend, nicht unbedingt wegen extremer Ereignisse, sondern weil sich die Modelle aktuell noch nicht ganz festlegen wollen, ob sich kurz vor den Feiertagen ein winterlicher Abschnitt durchsetzen kann.
Die Ensembles für Angerberg zeigen eine recht typische Dezemberentwicklung: zunächst ruhiges Hochdruckwetter, dann ab dem 20.–21. Dezember ein zunehmendes „Auseinanderlaufen“ der Modelllösungen. Genau das macht diese Phase so interessant.
Bis etwa 17. Dezember: Hochdruck, Inversion und ruhiges Wetter
In den kommenden Tagen baut sich über Mitteleuropa ein stabiler Hochdruckeinfluss auf. Das bedeutet:
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Viel Sonne in den Bergen,
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in den Tälern zunehmende Inversion,
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mehr Nebel und Hochnebel,
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teils deutliche Temperaturunterschiede zwischen Berg und Tal.
Was bedeutet Inversion?
Eine Inversion ist eine Umkehr der üblichen Temperaturverteilung: Normalerweise wird es nach oben hin kälter, bei einer Inversion hingegen ist es unten kalt und oben mild.
Das führt zu:
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kalten, teils frostigen Tälern,
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milderen Temperaturen in mittleren und höheren Lagen,
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schlechter Luftqualität in den Becken,
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oft hartnäckigem Nebel/Hochnebel.
Das bleibt voraussichtlich bis mindestens 17. Dezember bestehen.
Ab 18.–20. Dezember: Erste Störungssignale, noch unsicher
Die Ensembles zeigen ab etwa dem 18. Dezember eine Zunahme an möglichen Niederschlagssignalen. Das ist typisch, wenn der Hochdruckblock schwächer wird und Atlantikstörungen wieder eine Chance bekommen.
Die Temperaturkurven bleiben jedoch noch relativ moderat:
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tagsüber weiter leicht positiv,
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nächtlicher Frost möglich,
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die Schneefallgrenze würde bei dieser Lage tendenziell zwischen 600 und 1.200 m liegen.
Für Angerberg bedeutet das:
Schnee wäre möglich, aber noch nicht sicher, es hängt stark von Timing und Intensität der Niederschläge ab.
Richtung 21.–24. Dezember: Modelle gehen spürbar auseinander
Und genau hier kommt die Weihnachtsfrage ins Spiel.
Die Ensembles zeigen gegen den 22.–24. Dezember:
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teils deutliche Niederschlagssignale in mehreren Läufen
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gleichzeitig sinkende Temperaturkurven bei einem Teil der Lösungen
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einige kalte Ausreißer, die Schneefall bis in die Täler ermöglichen würden
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aber auch mildere Lösungen, die Regen oder Schneeregen bringen würden
Kurz gesagt:
Es gibt realistische Chancen für winterliches Wetter rund um Weihnachten, aber derzeit keine sichere Aussage, ob es in tiefen Lagen wirklich weiß wird.
Die stärksten Schneesignale liegen in den Ensembles etwas nördlich und westlich der Alpen. Kommen diese Niederschläge zur richtigen Zeit mit kälterer Luft zusammen, kann es für das Tiroler Unterland durchaus reichen. Kommt die Warmluft früher oder stärker, bleibt es eher nass als weiß.
Wie sieht die Statistik aus den Ensembles aus?
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Viele Läufe zeigen um Weihnachten herum ein gewisses Niederschlagspotenzial,
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die Temperatur-Mittelkurve (AVG) liegt um oder knapp über dem Gefrierpunkt,
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aber mehrere kalte Member würden Schneefall bis ins Inntal und Unterland zulassen.
Das ist eine klassische „50:50-Lage“ für weiße Weihnachten.
Fazit: Hoffnung ja, Garantie nein
Für alle, die sich Schnee wünschen:
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Die Chance lebt, und das ist mehr als in manchen vergangenen Jahren.
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Die Voraussetzungen sind zumindest teilweise gegeben: mögliche Kaltluft, mögliche Niederschläge.
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Wirkliche Sicherheit gibt es frühestens ab ca. 18.–19. Dezember, wenn sich die Modelle konkreter festlegen.
Bis dahin heißt es:
Geduld haben und weiter beobachten.
Die Wetterlage ist spannend, aber noch völlig offen.