

Bildquelle: https://www.wxcharts.com
Die großräumige Wetterlage über Europa befindet sich aktuell in einer spannenden Übergangsphase. Nach einer längeren Phase mit eher wechselhaftem, teils mildem Witterungscharakter zeigen die numerischen Wettermodelle zunehmend Signale für eine nachhaltigere Umstellung hin zu winterlicheren Verhältnissen, auch im Alpenraum.
Großwetterlage: Blockierung und südliche Tiefaktivität
Ein zentrales Element der kommenden Entwicklung ist die wiederholte Tiefdruckaktivität über dem westlichen und zentralen Mittelmeerraum. Gleichzeitig etablieren sich in mehreren Modellläufen Hochdruckgebiete über Nord und Nordosteuropa. Diese Konstellation begünstigt eine Ost bis Nordostströmung, auch Nordströmungen, mit der schrittweise kältere und feuchtere Luftmassen Richtung Mitteleuropa geführt werden können.
Besonders relevant für den Alpenraum ist dabei die mögliche Bildung oder Verstärkung sogenannter Italientiefs. Diese Tiefdruckgebiete können bei passender Druckverteilung sehr feuchte Luft gegen die Alpen lenken. In Verbindung mit kälteren Luftmassen erhöht sich dadurch die Wahrscheinlichkeit für Schneefall bis in tiefe Lagen.
Modellvergleich: ECMWF vs. GFS
ECMWF (IFS)
Das europäische Modell zeigt in mehreren Läufen eine recht konsistente Entwicklung:
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Zunehmend winterliche Luftmassen im Alpenraum
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Gute Voraussetzungen für anhaltende Schneedeckenbildung in den Alpen
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Besonders entlang des Alpenhauptkamms, im Westen und Süden Österreichs deutliche Schneesignale
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Insgesamt eher kontrollierte, aber nachhaltige Kältezufuhr
Das ECMWF ist derzeit etwas vorsichtiger, was extreme Kälteeinbrüche betrifft, punktet aber mit einer stabilen großräumigen Struktur, die winterliche Witterung länger aufrecht halten könnte.
GFS
Das amerikanische GFS zeigt eine größere Bandbreite:
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Einige Läufe mit markanten Kaltluftvorstößen bis ins Tiefland
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Andere Lösungen bleiben deutlich zurückhaltender und zeigen eher kalten Hochdruck ohne nennenswerte Niederschläge
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Insgesamt höhere Dynamik, aber auch größere Unsicherheiten
Typisch für GFS ist die stärkere Ausschlagbreite, von einem eher trockenen, kalten Szenario bis hin zu deutlich winterlichen Lagen mit verbreitetem Schneefall ist aktuell alles vertreten.
Was bedeutet das für Österreich?
Zusammengefasst lassen sich folgende Punkte festhalten:
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Die Voraussetzungen für winterliches Wetter waren selten so gut wie aktuell
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Eine grundlegende Umstellung der Zirkulation ist sehr wahrscheinlich
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Schneefallereignisse in den Alpen sind gut abgesichert
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Ob und wie stark der Winter auch in tiefere Lagen durchgreift, hängt von Details ab:
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Exakte Tiefbahnen
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Stärke der Kaltluftzufuhr
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Timing zwischen Niederschlag und Temperatur
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Besonders gute Chancen auf markante Schneemengen zeigen sich weiterhin:
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im westlichen und südlichen Alpenraum
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entlang des Alpenhauptkamms
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in inneralpinen Regionen bei entsprechender Ost bis Nordostlage oder Nordlage
Ausblick bis Anfang Jänner
Die Entwicklung bleibt hochspannend. Während einzelne Modellläufe noch einen eher trockenen Hochdruckwinter („kalter Rohrkrepierer“) andeuten, sprechen die Mehrzahl der aktuellen Simulationen für eine ernstzunehmende winterliche Phase, mit der sich der Winter im Alpenraum deutlich bemerkbar machen könnte.
Noch sind nicht alle Details fixiert, aber die Richtung stimmt.
👉 Zusammengefasst:
Die Weichen stehen klar auf Winter. Wie kräftig er sich letztlich durchsetzt, entscheidet sich in den kommenden Modellläufen. Ein genauer Blick lohnt sich, Updates folgen.
Euer Wetterfrosch Markus sowie Andrea von Sturm und Gewitterjagd Tirol wünscht euch allen einen schönen Wochenstart.