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Sturm- und Gewitterjagd Tirol
Unwetterwarnung

Unwetter obere Adria: Superzellen möglich

Am Donnerstag drohen am Gardasee, an der oberen Adria und in Istrien schwere Gewitter mit Hagel, Starkregen und schweren Sturmböen.

Unwetter obere Adria: Superzellen möglich

BRISANTE WETTERLAGE: HOHE UNWETTERGEFAHR AN DER OBEREN ADRIA!

Über Norditalien und der oberen Adria könnte sich am Donnerstag eine gefährliche Wetterlage entwickeln. Aktuelle hochauflösende Modellberechnungen zeigen eine außergewöhnliche Überlagerung aus enormer Gewitterenergie, starker Windscherung und einer möglichen Auslösezone unmittelbar entlang der Küste.

Im Fokus stehen vor allem der Gardasee sowie der Bereich von Venedig über Jesolo, Caorle und Lignano bis Triest und Istrien.

Sollten die berechneten Zutaten tatsächlich zusammentreffen, sind örtlich schwere Gewitter bis hin zu Superzellen möglich.

Bis zu 3.600 J/kg Gewitterenergie

Unsere hochauflösenden Wetterkarten zeigen am Donnerstagnachmittag über Teilen Norditaliens und der oberen Adria bodennahe CAPE-Werte von teilweise rund 3.200 bis 3.600 J/kg.

CAPE beschreibt vereinfacht ausgedrückt die Energie, die einem Gewitter zur Verfügung stehen kann. Solche Werte sind für sich allein noch keine Garantie für schwere Gewitter. Kommen jedoch ein geeigneter Auslöser, ausreichend Feuchtigkeit und starke Windscherung hinzu, können sich Gewitter explosionsartig entwickeln.

Genau diese Kombination wird derzeit für Donnerstag berechnet.

Außergewöhnlich starke Windscherung

Neben der hohen Gewitterenergie fällt besonders die starke Windscherung in den untersten Luftschichten auf.

Einige Berechnungen zeigen entlang der oberen Adria eine Windscherung von etwa 40 bis 50 Knoten im untersten Kilometer der Atmosphäre. Über dem Meer werden stellenweise sogar noch höhere Werte simuliert.

Dabei handelt es sich nicht um vorhergesagte Windböen. Die Werte beschreiben, wie stark sich Windgeschwindigkeit und Windrichtung mit zunehmender Höhe verändern.

Eine starke Windscherung kann Gewitter organisieren, ihre Lebensdauer verlängern und rotierende Aufwinde begünstigen. Dadurch steigt das Risiko für Superzellen und andere langlebige Gewittersysteme.

Welche Regionen stehen im Fokus?

Nach dem derzeitigen Stand besteht die höchste Unwettergefahr in folgenden Regionen:

– Gardasee und angrenzende Gebiete
– Norditalien und Teile Venetiens
– Venedig und die Lagune
– Jesolo, Cavallino und Caorle
– Bibione und Lignano Sabbiadoro
– Grado und Triest
– slowenische Küstenregion
– nördliches und westliches Istrien

Der Schwerpunkt könnte sich am Donnerstagnachmittag und am Abend von Westen nach Osten verlagern.

Die genaue Zugbahn einzelner Gewitter lässt sich allerdings noch nicht festlegen. Schon eine Verschiebung um wenige Kilometer kann darüber entscheiden, ob ein Küstenort direkt getroffen wird oder das stärkste Gewitter über dem Meer bleibt.

Mit etwas Glück spielt sich ein großer Teil der heftigsten Entwicklung über dem Meer der oberen Adria ab. Darauf verlassen sollte man sich derzeit jedoch keinesfalls.

Superzellen und schwere Sturmböen möglich

Die aktuellen Berechnungen deuten nicht nur gewöhnliche Wärmegewitter an. Es besteht das Potenzial für organisierte Schwergewitter und einzelne Superzellen.

Dabei sind örtlich folgende Begleiterscheinungen möglich:

– sintflutartiger Starkregen
– lokale Überflutungen
– größerer Hagel
– sehr hohe Blitzaktivität
– schwere bis möglicherweise extreme Gewitterböen
– rasch aufziehende Gewitterlinien
– rotierende Gewitterzellen

Besonders für Campingplätze, Veranstaltungen und Strandbereiche können schwere Gewitterböen eine erhebliche Gefahr darstellen. Zelte, Markisen, Sonnenschirme und andere leichte Konstruktionen bieten bei einem schweren Gewitter keinen ausreichenden Schutz.

Sind Tornados und Wasserhosen möglich?

Aufgrund der hohen Gewitterenergie und der starken bodennahen Windscherung können einzelne Tornados über Land nicht vollständig ausgeschlossen werden.

Über dem warmen Wasser der oberen Adria besteht zudem die Möglichkeit einzelner Wasserhosen. Diese können sich über dem Meer entwickeln und in seltenen Fällen auch die Küste erreichen.

Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass ein Tornado oder eine Wasserhose sicher auftreten wird. Die berechneten Bedingungen zeigen lediglich, dass eine rotierende Entwicklung bei passenden Gewitterstrukturen grundsätzlich möglich wäre.

Ob sich dieses Potenzial tatsächlich entfaltet, lässt sich erst kurzfristig anhand von Messwerten, Satellitenbildern, Radardaten und der realen Gewitterentwicklung erkennen.

Wann könnte es besonders gefährlich werden?

Nach den derzeitigen Modellberechnungen dürfte die Wetterlage im Laufe des Donnerstags zunehmend brisant werden.

Ein mögliches Hauptzeitfenster zeichnet sich derzeit vom späteren Nachmittag über den Abend bis in die Nacht auf Freitag ab.

Das genaue Zeitfenster kann sich mit den nächsten Modellläufen noch verändern. Auch bereits am Vormittag oder frühen Nachmittag sind erste Gewitter nicht vollständig ausgeschlossen.

Am Freitag bleibt die Atmosphäre weiterhin instabil. Weitere kräftige Gewitter und größere Regenmengen können folgen.

Wichtige Hinweise für Urlauber und Camper

Urlauber an der oberen Adria und am Gardasee sollten die Wetterentwicklung am Donnerstag besonders aufmerksam verfolgen.

Empfohlen wird:

– lose Gegenstände frühzeitig sichern
– Markisen und Sonnenschirme rechtzeitig einfahren
– Stromkabel und empfindliche Geräte trocken verstauen
– Fahrzeuge nicht unter größeren Bäumen abstellen
– bei aufziehenden Gewittern Strände und offene Flächen verlassen
– nicht in Zelten oder unter leichten Überdachungen Schutz suchen
– frühzeitig ein festes Gebäude aufsuchen
– Anweisungen der Campingplätze und örtlichen Behörden beachten

Wichtig ist, nicht erst zu reagieren, wenn der Sturm bereits einsetzt. Bei schweren Gewitterböen können sich die Bedingungen innerhalb weniger Minuten dramatisch verändern.

Noch bestehen Unsicherheiten

Trotz der auffälligen Modellwerte bleibt die genaue Entwicklung offen.

Entscheidend wird sein, wie stark sich die Luftmasse am Donnerstag erwärmt, wie viel Bewölkung vorhanden ist und an welcher Stelle die ersten Gewitter ausgelöst werden.

Auch die genaue Position der Luftmassengrenze wird eine wichtige Rolle spielen. Diese könnte wie eine Zündschnur für die Gewitterentwicklung wirken.

Nicht jeder Ort wird getroffen werden. Dort, wo sich ein kräftiges und gut organisiertes Gewitter entwickelt, kann es jedoch innerhalb kürzester Zeit gefährlich werden.

Alle hochauflösenden Karten in unserer Wetter-WebApp

Die aktuellen Modellberechnungen, Gewitterparameter und hochauflösenden Wetterkarten sind – je nach gebuchtem Wetterpaket – direkt in unserer Wetter-WebApp verfügbar.

Dort können unter anderem Gewitterenergie, Windscherung, simulierte Radarreflektivität, Blitzaktivität und weitere wichtige Unwetterparameter verfolgt werden.

Wir beobachten die Entwicklung laufend und informieren über neue Berechnungen sowie mögliche Veränderungen der Gefahrenzone.

Hinweis: Unsere Einschätzungen ersetzen keine amtlichen Warnungen. Bitte beachtet jederzeit die Meldungen und Anweisungen der zuständigen Behörden.

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